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Wirkstoffe:
333 g Flupyrsulfuron Methyl /kg
167 g Metsulfuron Methyl /kg
Wasserdispergierbares Granulat (WG)

Gefahrensymbol: N
Bienen: nicht bienengefährlich (B4)

Versandgebinde:
10 x 100 g Dose
10 x 500 g Dose

Nachauflaufherbizid gegen Ungräser und Unkräuter in Winterweichweizen, Winterroggen, Triticale und Lein

Wirkungsweise

Ciral ist ein wasserdispergierbares Granulat zur Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz, Gemeinem Windhalm und einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern; ausgenommen Klettenlabkraut in Winterweichweizen, Winterroggen und Triticale im Herbst sowie von Gemeinem Windhalm und einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern; ausgenommen Klettenlabkraut in Winterweichweizen im Frühjahr im Nachauflaufverfahren.

Ciral ist zur Bekämpfung von einjährigen ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern in Lein (Öllein) genehmigt (§18 PflSchG).

Ciral ist eine Kombination aus den Sulfonylharnstoffen Flupyrsulfuron Methyl und Metsulfuron Methyl.

Beide Wirkstoffe wirken über Blatt und Boden und bekämpfen keimende und bereits aufgelaufene Ungräser (Ackerfuchsschwanz und Windhalm) und wichtige Unkräuter. Der Absterbeprozess kann sich über mehrere Wochen erstrecken. Während dieser Zeit sind die Ungräser/ -kräuter nicht mehr physiologisch aktiv und stellen somit keine Konkurrenz mehr für die Kulturpflanze dar.

 

„Von der Zulassungsbehörde festgesetzte Anwendungsgebiete:

  • Acker-Fuchsschwanz, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras und Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter; ausgenommen Klettenlabkraut in Winterweichweizen, Winterroggen, Triticale (Herbstanwendung)
  • Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras und Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter; ausgenommen Klettenlabkraut in Winterweichweizen (Frühjahrsanwendung)
  • Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter in Lein (Genehmigung gemäß §18 PflSchG).“

Anwendungstechnik

  • Ciral wird in Winterweichweizen
    - im Nachauflauf Herbst vom 1-Blatt-Stadium des Getreides (BBCH 11) bis
    Mitte der Bestockung (BBCH 25),
    - im Nachauflauf Frühjahr vom 3-Blatt-Stadium des Getreides (BBCH 13)
    bis Ende der Bestockung (BBCH 29) angewendet.
  • Ciral wird in Winterroggen und Triticale
    - im Nachauflauf Herbst vom 1-Blatt-Stadium des Getreides (BBCH 11) bis
    Ende der Bestockung (BBCH 29) angewendet.
  • Ciral wird in Öllein
    - im Nachauflauf bei 2 - 10 cm Wuchshöhe des Leins (BBCH12-29)
    angewendet.
  • Unkräuter und Ungräser müssen aufgelaufen sein und sich in folgenden Stadien befinden:
    - Acker-Fuchsschwanz im Stadium BBCH 11 - 29* (1-Blatt-Stadium bis
    Ende der Bestockung)
    - Windhalm im Stadium BBCH 11 - 25* (1-Blatt-Stadium bis Hauptbe-
    stockung)
  • Ciral ist in allen Winterweichweizen-, Winterroggen- und Triticalesorten verträglich.
  • WA706 - Im Herbst nur in bis Ende Oktober gedrilltem Winterweizen anwenden.
  • Ein abgesetztes Saatbett, eine gleichmäßige Saattiefe von 2 - 3 cm und abgedecktes Saatgut sind Voraussetzung für eine gute Kulturverträglichkeit.
  • Nach dem Einsatz von Ciral keine Bodenbearbeitung durchführen.
  • Ausreichende Bodenfeuchte und aktives Wachstum der Pflanzen nach der Behandlung sind besonders wichtig für die Wirkung auf Ungräser.

*Das am weitesten entwickelte Ungras sollte dieses Entwicklungsstadium nicht überschritten haben.

 

Aufwandmenge

  • Herbst:
    Winterweichweizen, Winterroggen, Triticale:25 g/ha (0,025 kg/ha) spritzen.
    Maximal 1 Behandlung in jeder Anwendung und in der Kultur bzw. je Jahr.
  • Frühjahr:
    Winterweichweizen, Lein:25 g/ha (0,025 kg/ha) spritzen.
    Maximal 1 Behandlung in jeder Anwendung und in der Kultur bzw. je Jahr.

Spezielle Anwendungsempfehlungen nach eigenen Erfahrungen für die Herbstanwendung

Problem

Empfehlung

Acker-Fuchsschwanz &
Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter

25 g Ciral /ha (+ Partner,
z.B. Sumimax, Orbit)

Gemeiner Windhalm &
Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter

20 g Ciral /ha (+ Partner,
z.B. Sumimax, Orbit)


Wasseraufwandmenge

  • Ciral mit der praxisüblichen Wasseraufwandmenge ausbringen.
  • In Getreide 200 l/ha nicht unterschreiten.
  • In Lein 150 l/ha nicht unterschreiten.
  • Bei dichten Beständen 400 l/ha verwenden, um eine ausreichende
    Benetzung der Ungräser und Unkräuter zu gewährleisten.

Wirkungsspektrum von Ciral

  • Gut bekämpft werden:
    Acker-Fuchsschwanz*, Gemeiner Windhalm*1), Acker-Frauenmantel, Acker- Hellerkraut, Ampfer-Arten, Hirtentäschel, Hohlzahn-Arten, Hundspetersilie, Kamille-Arten, Klatschmohn, Kornblume, Phacelia, Gemeiner Rainkohl, Ausfall-Raps, Acker-Senf, Acker-Stiefmütterchen, Storchschnabel-Arten, Taubnessel-Arten, Acker-Vergißmeinnicht, Vogelmiere*
  • Weniger gut bekämpft werden:
    Ehrenpreis-Arten, Gemeiner Erdrauch, Knöterich-Arten
  • Nicht ausreichend bekämpft werden:
    Flughafer, Klettenlabkraut, Quecke, Trespe-Arten

* - sensitive Biotypen
*1) - Ausreichende Wirkung nur in frühen Entwicklungsstadien

 

Verträglichkeit

Nach bisherigen Erfahrungen ist Ciral in allen Winterweichweizen, Winterroggen- und Triticalesorten verträglich.


Anwendungsbedingungen

Temperatur: Nach der Herbst-Anwendung von Ciral sind für eine optimale Wirkung 1 - 2 Wochen aktives Wachstum erforderlich. Ein Frosteinbruch, kurz nach einer späten Anwendung, kann die Wirkung herabsetzen.

Bodenfeuchte: Ciral wirkt sowohl über das Blatt als auch über den Boden. Für eine optimale Wirkung auf Ackerfuchsschwanz und Windhalm ist eine ausreichende Bodenfeuchte erforderlich, um eine Wirkstoffaufnahme über die Wurzel zu ermöglichen.

Niederschlag: Zur vollen Ausnutzung der Blattaktivität sollte 2 Stunden nach der Behandlung kein Regen fallen.

WP734 - Schäden an der Kulturpflanze möglich.

Die Anwendung von Ciral wird nicht empfohlen, wenn:

  • der Bestand durch Frost, Staunässe, Trockenheit, Nährstoffmangel, oder andere Umstände geschwächt ist.
  • Frost- oder Nachtfrostgefahr besteht.
  • der Einsatz auf extrem leichten Sandboden erfolgen soll.

Auf Moorböden und Böden mit pH-Werten über 7,7 sind Wirkungsminderungen wegen reduzierter Bodenwirkung möglich.

Gelegentlich nach der Behandlung auftretende Aufhellungen oder leichte Wachstumsverzögerungen verwachsen sich nach wenigen Tagen und haben keinen negativen Einfluß auf den Ertrag.

Eine Nichtbeachtung dieser Vorsichtsmaßnahmen können zu Schäden am Getreide führen.

Nachbau

Nach Anwendung von Ciral im Herbst:

WP710 - Schäden an nachgebauten zweikeimblättrigen Zwischenfrüchten und Winterraps möglich.

Nach Anwendung von Ciral im Frühjahr:

WP720 - Kein Nachbau von zweikeimblättrigen Zwischenfrüchten und Winterraps.

Nach der Ernte des behandelten Getreides können nach eigenen Erfahrungen Getreide, Rüben, Kartoffeln, und Mais nachgebaut werden.


Ist ein vorzeitiger Umbruch nach der Herbstanwendung von Ciral erforderlich, können nach eigenen Erfahrungen nach Pflugfurche oder Minimalbodenbearbeitung Weizen, Hafer, Roggen, Triticale, Sommergerste, Lein, Mais oder Weidelgras nachgebaut werden.

Ist ein vorzeitiger Umbruch nach der Frühjahrsanwendung von Ciral erforderlich, kann nach eigenen Erfahrungen nach Pflugfurche Sommerweizen oder Weidelgras nachgebaut werden.


Untersaaten

Getreidebestände mit Untersaaten (Leguminosen oder Gräser) dürfen nicht mit Ciral behandelt werden.


Wirkung auf breitblättrige Kulturpflanzen

Breitblättrige Kulturpflanzen (z. B. Rüben, Raps, Leguminosen, Gemüse) und Mais sind gegenüber Ciral sehr empfindlich. Vermeiden Sie unbedingt Abdrift oder Verwehen der Spritzbrühe auf diese Kulturen oder auf Flächen, die für den Anbau solcher Kulturen vorgesehen sind.

Vor dem nachfolgenden Einsatz des Spritzgerätes in anderen Kulturen als Getreide müssen Sie das Gerät sorgfältig reinigen. Beachten Sie hierzu bitte unsere Angaben im
Absatz Gerätereinigung.

Hinweis

Ciral enthält die Wirkstoffe Flupyrsulfuron Methyl und Metsulfuron Methyl.

Flupyrsulfuron Methyl und Metsulfuron Methyl zählen zur Gruppe der Sulfonylharnstoffe, deren Wirkungsmechanismus in die Gruppe B der HRAC- Klassifizierung eingestuft sind; weitere Informationen siehe Internet http://www.plantprotection.org.

Wenn diese Herbizide über mehrere Jahre auf demselben Feld eingesetzt werden, ist regional eine Selektion von resistenten Biotypen potenziell möglich.

 

Geeignete Resistenzvermeidungsstrategien sind zu berücksichtigen, wie z.B.:

  • Wechsel von Herbiziden bzw. Spritzfolgen / Tankmischungen mit Herbiziden, die einen unterschiedlichen Wirkungsmechanismus besitzen
  • Fruchtfolgegestaltung
  • Bodenbearbeitung
  • Saattermin

Herstellung der Spritzbrühe

Die verwendeten Spritzgeräte müssen frei von Resten anderer Mittel sein. Wir empfehlen dringend, die Spritze entsprechend den Gebrauchsanleitungen vorher verwendeter Präparate zu reinigen.

  • Lassen Sie Ihre Spritzgeräte regelmäßig auf einem Prüfstand kontrollieren und einstellen.
  • Spritztank zu ¼ bis ½ der erforderlichen Wassermenge füllen. Rührwerk einschalten. Die benötigte Menge Ciral hinzufügen.
  • Beim Abmessen des Produktes nur den der Packung beiliegenden, produktspezifischen Messbecher verwenden.
  • Ciral löst sich innerhalb weniger Minuten in Wasser auf und muss vorher nicht angemischt werden.
  • Ciral vollständig auflösen lassen. Dies geschieht innerhalb von wenigen Minuten.
  • Falls Sie Ciral in Tankmischung einsetzen, nach dem vollständigen Auflösen von Ciral Tankmischpartner zugeben.
  • Die restliche Wassermenge in den Spritztank bei laufendem Rührwerk auffüllen.
  • Während des Spritzens Rührwerk laufen lassen.
  • Nicht mehr Spritzbrühe ansetzen als notwendig.
  • Wird Ciral in Mischung mit AHL eingesetzt, ist das Granulat vor dem Einfüllen in die Spritze in Wasser anzuteigen.


Mischbarkeit

Die Tankmischung von Ciral mit handelsüblichen Herbiziden, z. B. Sumimax, und Fungiziden ist nach bisherigen Erfahrungen möglich. Im Zweifelsfall Beratung anfordern.

Andere geeignete Mischpartner sind:
Insektizide: Pyrethroide,
Wachstumsregler: CCC,
Flüssigdünger: Mischungen mit (Marken-)AHL sind unter optimalen Witterungs- und Kulturbedingungen möglich. Bei einer Tankmischung mit AHL (pur) wird Ciral in einer geringen Menge Wasser vorgelöst und erst dann der AHL beigegeben.

Dreiermischungen bestehend aus Ciral, CCC und Fungiziden sollten nicht zur Anwendung kommen.

Bitte generell die Gebrauchsanleitung des Mischpartners beachten.

 

Gerätereinigung

Vor nachfolgendem Einsatz des Spritzgerätes in anderen Kulturen als Getreide oder Lein muss das Gerät sorgfältig gespült werden:

  • Spritze vollständig auf dem Feld leerspritzen.
  • Technisch unvermeidbare Restmenge im Verhältnis 1 : 10 mit Wasser verdünnen und bei laufendem Rührwerk auf behandelter Fläche verspritzen.
  • Spritze zweimal hintereinander spülen. Dabei jeweils mindestens 20 % des Tankvolumens mit Wasser auffüllen.
  • Im ersten Reinigungsdurchgang ein spezielles Reinigungsmittel für Sulfonylharnstoffe zugeben. Die Innenflächen des Tanks mit Wasserstrahl bzw. Reinigungsdüsen abspritzen. Rührwerk für 15 Minuten einschalten.
  • Nach jedem Spülvorgang die Reinigungsflüssigkeit bei laufendem Rührwerk durch die Düsen auf der behandelten Fläche verspritzen.
  • Reinigen Sie Filter, Düsen und Spritzgestänge separat.


Geeignete Reinigungsmittel

Aufgrund eigener Erfahrungen empfehlen wir die Verwendung von Agroclean oder All Clear Extra.

Die Gebrauchsanleitung des eingesetzten Spritzenreinigers ist zu beachten.


Wartezeiten

Winterweichweizen, Winterroggen, Triticale, Lein (Freiland):
Die Wartezeit ist durch die Anwendungsbedingungen und/oder die Vegetationszeit abgedeckt, die zwischen Anwendung und Nutzung (z. B. Ernte) verbleibt bzw. die Festsetzung einer Wartezeit in Tagen ist nicht erforderlich (F).


Gebrauchsanleitung beachten!